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Gesellschaft, Wirtschaft

Studienreise nach Thessaloniki

26. Juni 2019 - 03. Juli 2019

Zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage nach dem offiziellen Abschluss der EU-Memoranden

Seit August 2018 hat Griechenland die Ära der „Memoranden“ hinter sich gelassen. Damit endete auch die direkte, detaillierte und technokratische Kontrolle der griechischen Haushaltspolitik durch die „Institutionen“: Euro-Rettungsfonds ESM, EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF). Die Sparmaßnahmen und Reformen, auf die sich Athen mit den „Institutionen“ im Rahmen eines strengen Austeritätsprogrammes einigen musste, setzten das Land unter erheblichen Druck, der in dieser Art bis dato beispiellos ist. Tatsächlich haben Finanzkrise und die folgenden Reformen in Griechenland zu einer tiefen sozialen Krise geführt, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Denn das Ende der Memoranden bedeutet keinesfalls ein Ende der Reformen. Griechenland befindet sich vielmehr in einer Phase der Nachprogramm-Aufsicht, die noch lange anhalten wird. So gibt es zwar einen Zugewinn an „Souveränität“, die Herausforderungen für die weitere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des Landes bleiben aber gewaltig. Der KDA Duisburg-Niederrhein hat in den letzten Jahren bereits zwei Studienreisen nach Thessaloniki durchgeführt und dabei viele genossenschaftliche und zivilgesellschaftliche Initiativen kennen gelernt.

Seifenproduktion bei vio.me. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise ging Philkeram-Johnson, einer der bedeutendsten griechischen Produzenten für Baustoffe und Keramikfliesen, bankrott. Seit mehr als drei Jahren haben die Arbeiter unter dem Namen „Vio.Me“ Teile des Betriebsgeländes besetzt und produzieren in Eigenverantwortung ökologische Seife und Reinigungsmittel. Unter ihnen gibt es keine Hierarchie, jeder bekommt den gleichen Lohn und alle Entscheidungen werden im Kollektiv getroffen. Doch die Gläubiger von Philkeram-Johnson drängen auf eine Zwangsversteigerung der Fabrik, sodass das Projekt trotz offizieller Anerkennung als Sozialkooperative nach wie vor immer in Gefahr ist.

Veranstalter:
Leitung: Dieter Zisenis und Pfarrer Jürgen Widera Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein sowie Pastor Dr. Matthias Jung, Landessozialpfarrer Leiter des Fachbereichs Kirche. Wirtschaft. Arbeitswelt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Information und Anmeldung bis 31. März 2019:

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein
Am Burgacker 14-16
47051 Duisburg
Tel. 0203 2951-3170
Mail: kda@kirche-duisburg.de

http://www.ev-laboratorium.de/programm.html?pid=257

Praktische Hinweise:

Veranstaltungsort:
Le Palace Art Hotel
Tsimiski 12, Thessaloniki 54624

https://lepalace.gr/de/ und Reiseprogramm

Tagungskosten inklusive Verpflegung und Übernachtung: 590,00 Euro

Anfahrt

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