Logo Akademie

Twitter

Twitter aktivieren

Hier Twitter-Dienste aktivieren

Ihre Empfehlung

Sie möchten auf eine Veranstaltung zum Thema „Kirche und Arbeitswelt“ aufmerksam machen?

Bitte hier eintragen

Porträtfoto Kathrin Kürzinger. Foto: Jun Fukuda - Fotostudio Menke Kathrin Kürzinger. Foto: Jun Fukuda

Wechsel in der Evangelischen Akademie im Rheinland

Neue Studienleiterin setzt Schwerpunkt bei Zukunft der Arbeit und Digitalisierung

Dr. Kathrin S. Kürzinger ist neue Studienleiterin des Themenbereichs „Arbeit und Wirtschaft“ an der Evangelischen Akademie im Rheinland. Die evangelische Theologin ist Nachfolgerin von Landespfarrer Peter Mörbel, der zum Ende des Jahres 2018 in Ruhestand gegangen ist. Sie tritt zugleich seine Nachfolge als Mitglied des Redaktionsteams von kirche-und-arbeitswelt.de an.

„In meinem Themenfeld Arbeit und Wirtschaft werde ich mich zukünftig insbesondere mit Fragen der Zukunft der Arbeit und der Digitalisierung der Arbeitswelt auseinandersetzen“, erklärt die 36-jährige Studienleiterin. Dabei kann sie neben ihrer wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Phänomen der Digitalisierung auf praktische Einblicke in die Alltagswelt in Industrie und Handel zurückgreifen, die sie bei Nebentätigkeiten im Lauf von Studium und Promotionszeit gewonnen hat. 

Fragen des Menschenbilds und der Gerechtigkeit

Zu all diesen Fragen und Themen eine christliche Stimme in den Diskurs einzuspielen und dabei stets den Menschen als soziales Wesen im Blick zu behalten - darin sehe sie ihre Aufgabe als Studienleiterin, so die gebürtige Bonnerin. Anknüpfungspunkte sind für sie unter anderem: „Welchen Einfluss haben die Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz und selbstlernende Maschinen auf das Menschenbild? Welche Impulse kann die christliche Anthropologie hier geben? Oder im Blick auf den Arbeitsalltag: Welchen Einfluss nimmt die ständige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit digitaler Technologien im Hosentaschenformat (Smartphone) auf die Work-Life-Balance oder gesetzliche Regelungen zum Arbeitsschutz?“

Weitere Fragen stellten sich bei der Gerechtigkeit in unterschiedlichen Feldern der Arbeitswelt auf neue Weise: zum Beispiel bei der Verlagerung von vornehmlich Produktionsarbeit in sogenannte Billiglohnländer im Zuge der Globalisierung, bei der immer weiteren Zergliederung von Arbeitsprozessen in eine Vielzahl kleiner Arbeitsaufträge, dem sogenannten Microtasking, beim Ringen um eine angemessene Vergütung und Anerkennung von Care-Arbeit oder bei der geschlechtergerechten Verteilung von Haus- und Erziehungsarbeit.

Selfies als Indentitätsarbeit 2.0

An der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München hat Kürzinger Evangelische Theologie, Germanistik und Erziehungswissenschaften studiert und fühlte sich schnell in der Theologie heimisch, vor allem in der Ethik und Religionspädagogik. Nach Abschluss des 1. Staatsexamens hat sie von 2008 bis 2013 – parallel zur Geburt ihrer beiden Kinder – zum Thema Werteentwicklung und Wertebildung aus der Sicht von Jugendlichen promoviert. 

Mit der Digitalisierung und den damit verbundenen Veränderungsprozessen hat sie sich eingehend in einer weiteren, 2016 erschienenen Studie zum Selfie-Phänomen auseinandergesetzt. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen hat sie dazu geforscht, wie anthropologische und ethische Fragestellungen an diesen digitalen Selbstporträts aufbrechen und wie Selfies konstruktiv als Form der Selbstfindung, also als Identitätsarbeit 2.0, gelesen werden können.

Diese Studie führte sie dazu, sich noch intensiver mit Fragen der Digitalisierung zu befassen. „Ich empfinde es als äußerst spannend, dass wir als Gesellschaft gerade mitten in einem Transformationsprozess stecken, den wir durch die Nutzung und Weiterentwicklung digitaler Technologien in Arbeits- und Lebenswelt aktiv mitgestalten“, erläutert sie. Man könne noch gar nicht absehen, wohin die Digitalisierung der Lebenswelt letztlich führen wird.

Querverbindungen und Vernetzungsmöglichkeiten

Während und nach der Promotion war Kürzinger als wissenschaftliche Assistentin und phasenweise auch als Stipendiatin an den Lehrstühlen für Evangelische Religionspädagogik an den Universitäten München, Augsburg und Würzburg tätig, hauptsächlich in der Ausbildung künftiger Religionslehrkräfte. „Dabei ist mir neben fachlichen Herausforderungen auch dialogische und interdisziplinäre Zusammenarbeit immer wichtig gewesen, sowohl innerhalb des Faches als auch zwischen unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen“, betont die Theologin. 

Auf zahlreichen Fellow-Treffen des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, auf wissenschaftlichen Fachtagungen und in interdisziplinären Arbeitsgruppen hat sie einen Einblick in andere wissenschaftliche Disziplinen oder ihr zuvor unbekannte Arbeitsfelder bekommen. Kürzinger: „Mich faszinieren plötzlich entstehende Querverbindungen und Vernetzungsmöglichkeiten, und ich freue mich auf solche »Entdeckungen« auch in meinem neuen Arbeitsfeld an der Evangelischen Akademie im Rheinland.“

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

rtm / 13.03.2019



© 2019, Kirche und Arbeitswelt
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung