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Stapel Zeitungen - © NejauPhoto

Publik-Forum, 5. April 2019

„Flexi-Feiertage einführen?“

Soll ein Feiertag an jedem beliebigen Tag als persönlicher Feiertag genommen werden können? Ein neues Gesetz in Österreich ermöglicht Karfreitag auch an anderen Tagen als freien Tag zu nehmen. In einem Pro und Contra der Zeitschrift „Publik-Forum“ tauschen der Arbeitsrechtler Martin Risak und die Vizepräsidentin der evangelischen Synode in Österreich Gisela Malekpour Argumente dazu aus.

Nach Ansicht des Wiener Juristen Risak muss eine Gesellschaft entscheiden, welche Feste für sie wichtig genug sind, damit dann alle frei haben. In der Vergangenheit seien das in Österreich im Wesentlichen die christlichen Festtage gewesen, heute sei die Gesellschaft aber diverser. Um dem Rechnung zu tragen, sollten alle Menschen zusätzliche Urlaubstage als flexible Feiertage bekommen. Protestanten könnten sich den Karfreitag freinehmen, jüdische Religionsangehörige Jom-Kippur und Atheisten würden einen normalen Urlaubstag dazubekommen.

Zwar wahre das neue österreichische Gesetz den Gleichheitsgrundsatz, doch stelle die Regelung, den freien Tag aus dem bestehenden Urlaubskontingent zu nehmen, eine eindeutige Beeinträchtigung der Religionsausübung dar, so Malekpour. Eine generelle Flexibilisierung von Feiertagen berge viele negative Aspekte. Sie verweist darauf, dass dies das Feiern bedeutender christlicher Feste wie Weihnachten oder Ostern generell infrage stelle. Sie seien aber Ausdruck des europäischen Kulturgutes. Familienfeindlichkeit ist ein weiterer Aspekt, den man bei einer flexiblen Regelung ihrer Überzeugung nach nicht außer Acht lassen darf.

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rtm / 17.04.2019



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