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Nachhaltiges Wachstum: Eine Hand schützt eine kleine Pflanze mit Wurzelballen. Foto: Stephen Coburn - Fotolia.com  Foto: Stephen Coburn - Fotolia.com

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Nachhaltiges Wachstum – eine interdisziplinäre Herausforderung

Rohstoffe, Boden, Luft, Wasser – natürliche Ressourcen unserer Erde sind nicht unbegrenzt verfügbar. Nachhaltiges Wirtschaften erkennt diese ökologischen Grenzen an und setzt sich für einen schonenden  und sozial gerechten Umgang mit diesen Ressourcen ein, um die natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu bewahren.  

Vor etwa vier Jahrzehnten ging der aus dem 19. Jahrhundert stammende Begriff „Nachhaltigkeit“ aus der forstwirtschaftlichen Fachsprache in den allgemeinen wissenschaftlichen Jargon über. Das Wort hat gewissermaßen „Migrationshintergrund“ und ist inzwischen längst ins aktive Vokabular von Entscheidungsträgern in der Wirtschaft, aber auch in unseren Alltagssprachgebrauch eingewandert - von der Auswahl des Waschmittels und der Energiequellen bis zur Frage, ob ein neues Familienauto wirklich zwingend angeschafft werden muss oder ob die Mobilität der Familie künftig mit öffentlichen Verkehrsmitteln sichergestellt werden kann.

Ob man heute bereits genügend positive Beispiele aufzählen kann, ist für den Umgang mit der Forderung nach Nachhaltigkeit nicht entscheidend. Wichtig ist, dass nachhaltiges Verhalten hier und jetzt eingeübt und gefördert wird. Das wiederum setzt voraus, dass es tragfähige institutionelle Rahmenbedingungen gibt, die Einzelpersonen und Unternehmen, Kommunen und Konzerne, Institute und Universitäten bei der Suche nach „nachhaltigen Lösungen“ unterstützen.

Nachhaltigkeit erfordert interdisziplinäre und milieuübergreifende Zusammenarbeit
Nachhaltigkeit ist aber nicht nur terminus technicus. Es gilt, die Nebeneinander von Zuständigkeiten aufzubrechen und die Kommunikation über Ziele und Wege interdisziplinär und milieuübergreifend zu organisieren. Zu viele „Nachhaltigkeitserfinder/innen“ basteln in „Echokammern“ an ihren Projekten und wundern sich, warum ihre geniale Lösung am Ende nicht greift. Offenbar braucht es nicht nur Nachhaltigkeit als Ziel, sondern auch Nachhaltigkeit als Prozess, als nachhaltige Kommunikation zwischen Labor und sozialem Umfeld.

Der geradezu inflationäre Gebrauch des Begriffs und seiner sprachlichen Ableitungen könnte die Vermutung nahelegen, Politik, Wirtschaft und privater Konsum hätten in all den Jahren einen neuen Standard etabliert, der Produktion, Warentransport, individuelle und öffentliche Mobilität und Energieversorgung umfassend und effizient mit Blick auf ökologische Kriterien verändert, also„transformiert“, habe. Doch die Tatsache, dass Stadträte und Umweltbehörden inzwischen ernsthaft überlegen, ob sie ganze Fahrzeugklassen aus den Innenstädten verbannen müssen, um auch nur annähernd die Grenzwerte bei der Luftbelastung einzuhalten, spricht eine andere Sprache.

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Peter Mörbel / 05.05.2017



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