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Unternehmerbegegnung in Bochum

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Bild für Insolvenz: Ertrinkender greift nach Rettungsring. Foto: Romolo Tavani - Fotolia.com Foto: Romolo Tavani - Fotolia.com

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Insolvenz: Scheitern ist nicht das Ende

Private oder unternehmerische Insolvenz gilt oft noch als Tabuthema. Die Sozialethik gibt Impulse, das Schweigen zu durchbrechen, gesellschaftliche Sichtweisen zu hinterfragen und Betroffene in ihrer belastenden Situation seelsorgerlich zu unterstützen. Als Christinnen und Christen treten wir ein für eine Kultur der zweiten Chance und mehr Beratungsangebote, auch im kirchlichen Raum.

Wenn ein Unternehmen Pleite geht, verbrennt nicht nur viel Geld. Viel Vertrauen geht zu Bruch. Und auch Lebensentwürfe zerbrechen, vor allem dann, wenn die Unternehmensidee den Unternehmer oder die Unternehmerin ein Berufsleben lang ausgefüllt hat. Die Konfrontation mit dem Nichts ist ein Schock. Hinzu kommen Scham- und Schuldgefühle in einem Ausmaß, dass Menschen in dieser Lage nicht selten ihrem Leben ein Ende setzen. Plötzlich fallen alle die Vorurteile, die sich in unserer Gesellschaft über Generationen hinweg über Bankrotteure gebildet haben, auf einen selbst zurück. Niemand glaubt einem, dass man keine betrügerischen Absichten hatte.  

Insolvenz bedeutet für geschäftsführend verantwortliche Eigentümer-Unternehmer das Ende der wirtschaftlichen Existenz und häufig auch den Verlust großer Teile oder der Gesamtheit ihres Privatvermögens, ihres Besitzes und ihrer Altersvorsorge. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen folgt der betrieblichen Insolvenz oft auch die Privatinsolvenz des einstigen Firmeninhabers oder der einstigen Firmeninhaberin.

Der Start einer Unternehmung trägt immer Gelingen als auch Scheitern in sich
Der Start einer Unternehmung ist ein Wagnis, das beide Optionen – die des Gelingens und die des Scheiterns - natürlicherweise in sich trägt. Sie sind die beiden Seiten des unternehmerischen Risikos. Die in Deutschland vorherrschende Wirtschaftsmoral bewertet unternehmerisches Scheitern aber traditionell als persönliches Versagen, das in der Regel pauschal mit dem Verdacht eines betrügerischen Bankrotts belegt wird.

… doch Insolvenz wird immer noch als persönliches Versagen bewertet
Menschen in Insolvenz gelten nicht nur in der Sache, sondern auch als Person gescheitert. Wer Schulden hat, ist selber schuld, verliert sein öffentliches Ansehen und stirbt so den „bürgerlichen Tod des Kaufmanns oder der Kauffrau“. Das führt nicht selten zu Selbsttötungen aus Verzweiflung über die persönlichen Folgen einer Unternehmenspleite.

Christinnen und Christen müssen die Kultur der zweiten Chance stärken
Aus christlicher Sicht ist dies nicht hinnehmbar! Die Kirche ist sozialethisch wie seelsorglich herausgefordert, zusammen mit Menschen in Insolvenz sowie im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Justiz nach besseren Wegen zur Aufarbeitung von wirtschaftlichem Scheitern zu suchen. Sie selbst könnte innerhalb der vorhandenen Beratungs-Infrastrukturen mit einem eigenen qualifizierten Beratungsangebot für wirtschaftlich gescheiterte Unternehmerinnen und Unternehmer sehr konkret zu einer Kultur der Zweiten Chance beitragen. 

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"Scheitern ist ein Lernprozess, der uns nicht blockieren darf"

Im September 2013 fand an der Akademie die Tagung "Wenn Angst die Seele frisst ..." statt, die sich für einen besseren und kreativeren Umgang mit Schuld, Versagen und Scheitern in privaten und beruflichen Zusammenhängen einsetzte.


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Das Ethos der Vergebung und die Kultur der Unverzeihlichkeit

Um Argumente für eine neue, positive Kultur des Umgangs mit Fehlern und Scheitern ging es im Oktober 2010 bei einer interdisziplinären  Tagung an der Evangelischen Akademie im Rheinland.


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