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Das Puzzle zeigt als einzelne Passstücke die unterschiedlichen Bereiche der Industrie 4.0. Collage: magele-picture. Fotolia.com Collage: magele-picture. Fotolia.com

Themen kirche-und-arbeitswelt.de

Industrie 4.0 und der Faktor Mensch

Die Digitalisierung in Industrie, Handwerk, Verwaltung und Dienstleistung verändert die Erwerbsarbeit tiefgreifend. Neue Arbeitstechniken bilden sich heraus, neue Gestaltungsräume und neue Organisations- und Kommunikationsformen entstehen. Herausforderungen und Wandel der Arbeit durch die Digitalisierung sind zentrale, sozialethische Themen, denen diese Webseite ein besonderes Augenmerk widmet.

Bei dem Konzept der Industrie 4.0 handelt es sich bisher um eine Kampagne und ihr folgende Diskurse, die zwar auf politische und ökonomische Maßnahmen und Ergebnisse zielen, mit diesen aber nicht verwechselt werden dürfen. Es geht nicht vorrangig um technologische oder ökonomische Zwänge, sondern um das diskursive Ausloten politischer, ökonomischer und technischer Gestaltungräume. Dabei ist zu fragen, wie die Gestaltung im Zusammenspiel zivilgesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Akteure und Akteurinnen von statten gehen wird und wer dabei die Federführung beansprucht.

Die Kirchen müssen ökonomische und soziale Konsequenzen in den Blick nehmen
Noch ist nicht im Detail absehbar, wie künftige Formen der Erwerbsarbeit aussehen und wie Strukturen der Arbeitsorganisation, z.B. die Mitbestimmung, sich ändern werden. Zunächst ist es sinnvoll, sich ein möglichst konkretes Bild vom Wandel der Arbeitsbedingungen und den Auswirkungen auf die Beschäftigten zu machen. Gerade weil die Bundesregierung und die IT-Industrie sich für das Paradigma „Industrie 4.0“ stark einsetzen, ist neben den wirtschaftlichen und politischen Interessen der treibenden Akteure auf die möglichen ökonomischen und sozialen Konsequenzen aus den neuen Technologien zu achten. Insbesondere der Anspruch, der Arbeitsgestaltung werde bei Industrie 4.0 eine hohe Bedeutung zugemessen, wird dahingehend kritisch zu prüfen sein, wie gut Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Übergangsprozessen mitgenommen werden.

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt für Arbeitnehmer und Unternehmerinnen
Dem digitalen Fortschritts-Hype schlägt nicht nur aus kapitalismus-kritischen Milieus, sondern auch aus vielen freiheitsliebenden und verantwortungsbewussten mittelständischen Unternehmen große Skepsis entgegen. Welche Chancen und Risiken birgt die Digitalisierung nicht nur für abhängig Beschäftigte, sondern auch für Selbstständige und für mittelständische Unternehmen?

Das Berufs- und Arbeitsethos wird sich wandeln
Mit neuen Berufsbildern und neuen Unternehmensformen im Bereich von digitaler Produktion und Dienstleistungen bilden sich neue „Normalitäten“, die vom bisherigen Grundverständnis erheblich abweichen - etwa im Blick auf die bisherige Unterscheidung vom „Selbstständigkeit“ und „abhängiger Beschäftigung“. Welche Wandlungen im Berufs- und Arbeitsethos nehmen wir als Kirche wahr und wie bewerten wir sie sozialethisch?

Im Kontext des Reformationsjubiläums 2017 bietet sich darüber hinaus Gelegenheit, über die Relevanz der reformatorischen Auffassung von Arbeit als „Gottesdienst im Alltag der Welt“ bzw. vom Beruf als Dienst am Nächsten und an der Gesellschaft unter den neuen Rahmenbedingungen zu diskutieren.

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Peter Mörbel / 05.05.2017



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