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Bessere Chancen für benachteiligte Jugendliche

Dass junge Menschen einen Schulabschluss machen und danach den Einstieg in Ausbildung und letztendlich Beruf schaffen, ist eine Zielvorstellung der jungen Leute selbst, ihrer Eltern und der Gesellschaft. Aber die Lage ist für junge Menschen trotz einiger Verbesserungen am Ausbildungsmarkt immer noch schwierig.

Nur jeder fünfte. Betrieb bildet aus, meldet der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem Ausbildungsreport 2016. Viele Ausbildungsbetriebe betreiben zudem nach wie vor eine sogenannte Bestenauslese. Die Digitalisierung in allen Branchen bringt es mit sich, dass die Arbeitsplätze der Zukunft immer anspruchsvoller werden. Die noch längst nicht abgeschlossene Automatisierung bewirkt, dass immer weniger einfache Helfertätigkeiten benötigt werden. Dazu kommen sogenannte Passungsprobleme, Angebot und Nachfrage finden in manchen Orten oder Regionen schwer zueinander. Zwar gibt es freie  Ausbildungsplätze, sie entsprechen aber nicht  den Ausbildungsplatzwünschen der Bewerberinnen und Bewerber.

Schwierige Lebensumstände erschweren auch den Start ins Berufsleben
Für junge Männer und Frauen kann es aus vielerlei Gründen schwer sein, den Weg von der Schule zu Ausbildung und Beruf reibungslos zu durchlaufen. Oftmals sind es nicht alleine eigene fehlende Qualifikationen und Arbeitsmarktprobleme, die den Weg versperren. Es sind weitere Lebensumstände, wie eine schwierige finanzielle Situation des Haushalts oder bereits bei den Eltern bestehende Probleme am Arbeitsmarkt, eine Migrations- oder Fluchtgeschichte, die die jungen Leute vorprägen und eine enorme Belastung bedeuten. Von wirtschaftlicher und sozialer Unsicherheit geprägte Lebensläufe sind die Folge.

Schulische und außerschulische Begleitung muss verbessert werden
Angesichts dieser Situation sind Politik, Gewerkschaften, Kirchen, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Arbeitsverwaltung und Kommunen gefordert, die schulische und außerschulische Begleitung von Jugendlichen mit schlechten Startchancen weiter zu verbessern. Darüber hinaus müssen bestehende Angebote besser vernetzt werden.

Zahlen und Fakten

Der Arbeitslosenreport NRW meldet in seiner Ausgabe 1/2017 Jugend und Arbeit:

  • Ausbildungsmarkt
    Über 23.000 der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Bewerber blieben im Ausbildungsjahr 2015/16 unversorgt und waren weiter auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.
     
  • Qualifikation
    68 Prozent der jugendlichen Arbeitslosen haben keine Ausbildung, jeder Fünfte hat keinen Schulabschluss.
     
  • Förderangebote
    Ausbildungsvorbereitende und –begleitende Maßnahmen sind seit 2011 um 30 % zurückgegangen.

Angebote für den Übergang von der Schule in den Beruf müssen passgenau sein
In NRW leben nach Annahme von Expertinnen und Experten vor allem in städtischen Quartieren 7.000 bis 10.000 junge Menschen im Alter bis 27 Jahren, bei denen sich die Problemlagen extrem verfestigt haben. Sie haben den  Sprung von der Schule direkt in eine betriebliche Ausbildung nicht geschafft. Aber auch nach in berufsqualifizierende Maßnahmen oder ein ergänzendes Ausbildungsangeboten wie „Kein Abschluss ohne Anschluss“ und  trotz weiterer Angebote des Sozialstaats haben diese jungen Menschen immer noch keinen Schul- und Berufsabschluss oder eine gute Arbeit.

Verlässliche, flexible und passgenaue Förderangebote beim Übergang von der Schule in den Beruf mit anschließender beruflicher Perspektive sind für benachteiligte Jugendliche unerlässlich. Eine kontinuierliche Finanzierung von Berufsorientierung und Berufseinstiegsbegleitung muss sichergestellt werden.

Niedrigschwellige sozialpädagogische Angebote für „entkoppelte“ Jugendliche
Darüber hinaus gibt es Jugendliche und junge Erwachsene, die sich weder in Schule, Ausbildung oder Erwerbsarbeit befinden noch eine Grundsicherung beziehen. 2015 lag ihre Zahl nach einer Studie des Deutschen Jugendinstituts bei rund 20.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie sind aus allen sozialen Netzen herausgefallen. Für diese  „entkoppelten“ Jugendlichen sind niedrigschwellige sozialpädagogische Angebote unverzichtbar. Im Mittelpunkt der Förderung stehen dabei die Stabilisierung dieser jungen Menschen und der Aufbau von tragfähigen Beziehungen. Erst darauf aufbauend kann eine berufliche Perspektive mit den jungen Menschen entwickelt werden.

Bei ihrem  Weg in den Beruf müssen Politik und Gesellschaft die Jugendlichen unterstützen
Niemand darf aus dem Blick geraten. Gesellschaftliche Teilhabe, öffentliche Anerkennung und Wertschätzung bemisst sich in unserer Gesellschaft vielfach immer noch vor allem durch Erwerbsarbeit. Die Chance, den Weg von der Schule in den Beruf zu meistern, müssen alle Jugendlichen erhalten.

Weiterführende Links

Arbeitslosenreport NRW 1/2017 Jugend und Arbeit

DGB-Jugend: Ausbildungsreport 2016

Lebenslagen in Deutschland, Der Fünfte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, 2017

Sozialbericht NRW 2016. Armuts- und Reichtumsbericht, 2016

 

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Dr. Kordula Schlösser-Kost / 08.05.2017



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