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Süddeutsche Zeitung, 26. November 2017

„Geiz macht arm“

Mit Lohngerechtigkeit angesichts vieler Jobs im Dienstleistungssektor setzt sich Wirtschaftsredakteur Alexander Hagelüken in einem Essay der „Süddeutschen Zeitung“ auseinander. Während der Ökonom Jean Fourastié 1949 die Dienstleistungsgesellschaft positiv beschrieben habe, zeige sich heute, dass sie für viele Arbeit zum Niedriglohn bedeute. Der Autor sieht Verbraucher und Politik in der Pflicht.

Fourastié beschrieb die kommende „Dienstleistungsgesellschaft" als eine Zukunft mit weniger schmutzigen und besser bezahlten Jobs. Doch heute wählten viele Dienstleister bewusst "Geiz ist geil" als Strategie, so Hagelüken. Sie ließen Köche schneller kochen und Pfleger kürzer pflegen. Diese Produktivitätsgewinne zulasten der Qualität sollten die Preise niedrig halten und nicht in höhere Löhne fließen.

Daran lässt sich nach Ansicht Hagelükens etwas ändern, wenn deutsche Konsumenten für qualitativ bessere Dienstleistungen mehr zu zahlen bereit sind. Das sei der Weg zu besserer Entlohnung. Bei den sozialen Berufen sieht der Autor die Politik und die Bürgerinnen und Bürger als Wähler gefragt. Die Kundinnen und Kunden kauften die Leistung ja meist gar nicht direkt. Sie zahlten Steuern und Sozialbeiträge in ein staatlich/halbstaatliches System, das Erzieher und Altenpfleger nach mäßig transparenten Kriterien mäßig entlohne.

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rtm / 27.11.2017



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