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Foto: ekir.de/Uwe Schinkel Präses Manfred Rekowski bei seinem Besuch von Unternehmen der GESA-Stiftung in Wuppertal

Präses Rekowski bei der GESA in Wuppertal

Kreative Lösungen und mehr Flexibilität

„Trotz günstiger Entwicklung des Arbeitsmarktes hat sich das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt“, sagte der rheinische Präses Manfred Rekowski nach einem Besuch bei Unternehmen der GESA-Stiftung in Wuppertal. Das Engagement für Langzeitarbeitslose, junge Menschen und Flüchtlinge sind für ihn aktuell zentrale Herausforderungen.

Die Situation im bergischen Raum, im Ruhrgebiet und in der Saarregion mit Spitzenwerten in der Arbeitslosigkeit von neun Prozent in Wuppertal und 12,5 Prozent in Duisburg sei der Kontext, in dem die Evangelische Kirche im Rheinland lebe und arbeite, so der Theologe. Die großen Strukturkrisen der Textilindustrie, aber auch der Stahlindustrie und des Kohlebergbaus haben die Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland zudem bereits in früheren Jahren erschüttert.

Forderung nach zusätzlicher öffentlicher Förderung

Drei zentrale Herausforderungen nannte Präses Rekowski. Angesichts eines viel zu hohen Sockels bei der Langzeitarbeitslosigkeit sei ein politischer Wille für einen verstärkten Einsatz im sogenannten sozialen Arbeitsmarkt nötig. „Wir brauchen zusätzliche öffentliche Förderung, damit mehr Menschen in Erwerbsarbeit kommen“, so Rekowski. Das sei aufwändig und teuer. Umso mehr erfordere es den Willen zu kreativen Lösungen und mehr Flexibilität in der Umsetzung.

Nach Ansicht des Präses muss darüber hinaus gerade für junge Menschen mehr getan werden. Man müsse verhindern, dass das Vermittlungshemmnis „geringqualifiziert“ überhaupt erst entstehe. Neben dem Engagement der Arbeitgeber bedürfe es dazu der Erfahrung freigemeinnütziger Qualifizierungsträger sowie vielfältiger Formen von Kooperationen zwischen Akteuren auf dem ersten Arbeitsmarkt und den Qualifizierungsexperten von Organisationen wie der GESA, der gemeinnützigen Gesellschaft für Entsorgung, Sanierung und Ausbildung in Wuppertal. Dabei gehe es um eine spezifische, passgenaue Förderung von jungen Leuten, die über das hinausgeht, was in einem normalen betrieblichen Kontext geleistet werden kann. Außerdem müssen laut Rekowski besondere Anstrengungen für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Asylberechtigten unternommen werden.

Ergänzendes Engagement der Kirche

Das Engagement der Kirche sieht Rekowski nicht als Ersatz, sondern Ergänzung staatlichen Handelns. Die Synode der rheinischen Kirche bewilligte bereits ab Mitte der 1970er Jahre mehrfach große Förderbeträge gegen die zunehmende Jugendarbeitslosigkeit. Seit 1984 gibt es in der Evangelischen Kirche im Rheinland einen speziellen Fonds zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Derzeit stellt die Landeskirche jährlich eine Million Euro zur Verfügung für Beratungsstellen und diakonische Träger der beruflichen und sozialen Integration.

Den besonderen Wert kirchlicher Projektförderung unterstrich GESA-Geschäftsführer Ulrich Gensch. Als Beispiele für erfolgreiche Projekte aus Wuppertal nannte er Arbeiten im Recycling, Manufakturarbeit für Schulabbrecher und resignierte Jugendliche sowie Praxisschulungen für die Gastronomie. Mehr als 427.000 Euro hat die GESA nach eigenen Angaben im Zeitraum von 2012 bis 2017 aus dem kirchlichen Arbeitslosenfonds erhalten und diesen Betrag aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds vervielfachen können.

Während der Sommermonate besucht der leitende Geistliche der rheinischen Kirche regelmäßig kirchlich-diakonische Einrichtungen, die in ihrer Arbeit besondere Schwerpunkte setzen.

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ekir.de / rtm / Foto: ekir.de/Uwe Schinkel / 23.08.2017



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